90 Personen über ein ganzes Wochenende zu verpflegen ist immer eine Herausforderung. Dieses Jahr starteten wir als dreiköpfiger Führungskreis (Sina, David, Maxl) ein Sippenprojekt. Zusammen mit der Pfadfinder*innen-Sippe Pomeranians bekochten wir das WiWö. Die sechs Jugendlichen waren aber nicht nur Schnibbelhilfen die zuarbeiteten, sondern sie wurden in jeden Planungsschritt eingebunden.
Kurz gesagt: das Wochenende ist rundum gelungen. Wir haben sehr viele Erfahrungen für so ein Projekt mitgenommen, die wir gerne mit Euch teilen wollen.

Struktur / Organisation
Sina, David und ich kochten nun zum dritten Mal auf einem WiWö. Bis dato immer mit Erwachsenen.
Wir bildeten für das WiWö den sogenannten Führungskreis, der das Team leitete und führte. Im Vorfeld kümmerten wir uns auch um alle organisatorischen Dinge.

Speiseplan
Den Speiseplan planten wir in der Gruppenstunde gemeinsam. Außerdem legten wir auch Einkaufsgrundsätze fest, wie: wir kochen vegetarisch, wir kaufen kein Gemüse aus Spanien, nach Möglichkeit wird nur Bio-Gemüse eingekauft, etc..

Kalkulation
Bei der Kalkulation entschieden wir uns bewusst, es als Führungsteam alleine zu machen. Für uns ist die WiWö-Kalkulation jedes Jahr aufs Neue herausfordernd. Dieses Jahr war bei den Mengen deutlich spürbar, dass die Teilnehmenden im Schnitt jünger waren als in den Vorjahren. Das sind alles Faktoren, die über Erfahrung entstehen, unserer Ansicht nach also Jugendlichen bei so einem Umfang schwer zu vermitteln sind.

Einkauf
Für den Einkauf schrieben wir pro Gericht Einkaufslisten. Die Jugendlichen fuhren mit uns zum Einkaufen und arbeiteten Stück für Stück die Einkaufsliste ab. Was man bedenken sollte ist, dass Kinder und Jugendliche zwar schon beim Einkaufen bei ihren Eltern dabei waren, aber selten selbstständig größere Mengen gekauft haben. Also hier ist ein Begleiten durchaus wichtig, z.B. zu erklären, dass man immer das günstigere Produkt einkaufen soll, das Mengen auf ganze Verpackungseinheiten aufzurunden sind oder wo gewisse Produkte im Markt zu finden sind.
Die Einkaufslisten-Logik senkt generell die Fehlerquote beim Summieren der Mengen und hat beim Kochen noch einen weiteren Vorteil.

Spielregeln
Zu Beginn des WiWös vereinbarten wir gemeinsame Spielregeln. Z. B. das wir uns an die vereinbarten Zeiten halten, uns gegenseitig unterstützen etc. pp.

Tägliche Reflexion
Wie in den letzten Jahren auch, traf sich das Küchenteam nach jeder Mahlzeit zu einem „jourfix“ um die Abläufe und die Essensausgabe zu reflektieren und um die nächste Mahlzeit zu planen. Hier war der Raum zu diskutieren, Gerichte nochmal umzustellen und einfach konstruktiven Input zu geben. Die Runde war bereits unter Erwachsenen ein echter Mehrwert.

Vorbereitung
Die Einkaufslisten bildeten auch die Basis für die Vorbereitung der Gerichte. Für jedes Gericht packte der entsprechende Verantwortliche eine Kunststoffkiste mit allen Zutaten die dafür notwendig sind. Damit ist alles beisammen und es kann geordnet gestartet werden.

 

Kochen
Beim Kochen selbst, übernahmen einige Gerichte, Leitende mit den Kindern. Z. B. die Serviettenknödel wurden ein Gemeinschaftsprojekt. Beim Portionieren der Serviettenknödel vor dem Garen, zeigte ich die Schritte, danach übernahmen die Jugendlichen die nächsten Schritte eigenständig.
Beim Soße aus Gemüse ansetzen, waren ebenfalls die Jugendlichen direkt beteiligt, damit sie auch einen Lerneffekt beim Zubereiten haben.
Uns war wichtig, dass die Jugendliche ein Gefühl für die großen Mengen erhalten und vor allem für die Abläufe in einer „Großküche.“
Das ist selbstverständlich anstrengender und zeitintensiver als mit Erwachsenen die Küchenerfahrung haben. Aber wenn man sich vor Augen hält, dass man gedanklich einfach einen Schritt zurückgehen muss und ausführlicher erklären muss, ist das überhaupt kein Problem.

Sich mal rausnehmen
Den ganzen Tag in der Küche stehen, ist im wahrsten Sinne des Wortes auch körperlich belastend. Dies sollte bei der Planung berücksichtigt werden. Kleinere Pausen und gute Zeitplanung ermöglichen jedem sich mal rauszunehmen und auszuspannen.

Fazit
Wir waren sehr zufrieden mit dem Projekt und sind stolz auf die Sipplinge, wie gut sie dieses Wochenende gemeistert haben. Es empfiehlt sich auf jeden Fall mehrere Erwachsene mitzunehmen, weil man sozusagen in eine Doppelrolle schlüpft als Küchenleitung und Sippenleitung. Mit ausreichendem Vorlauf, Interesse an „Training on the Job“ und echter Beteiligung, können Jugendliche extrem viel an so einem Wochenende lernen ohne das der Spaß für Alle zu kurz kommt.
Wir würden es jederzeit wieder machen und hoffen die ein oder anderen zu so einem Projekt inspirieren zu können.

Weitere Informationen:

Maxl
maximilian.randelshofer@vcp-bayern.de