Abschied und Neuanfang
von Maximilian Randelshofer
1969 erblickte die KIM „Kommentare, Informationen, Meinungen“ damals noch als Mitgliederzeitschrift des Vorgängerbundes Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands (CPD) das Licht der Welt. 1969 fand die erste Mondlandung statt und Willy Brandt wurde Bundeskanzler.
Über ein halbes Jahrhundert, genau 53 Jahre, später verabschiedet sich die KIM. Aber es ändert sich nur ihre Form. Denn die KIM wird nicht mehr als Druckauflage an jedes Mitglied im VCP Bayern geschickt, sondern verwandelt sich in ein Online-Magazin.
Redaktionsschlüsse und das Warten auf die neue Ausgabe haben also ein Ende. Heißt: die neue KIM ist aktueller, lebendiger und spontaner und du hast sie immer dabei!
53 Jahre KIM, das ist eine lange Zeit, in der sehr viel passiert ist. Sowohl im Verband, aber auch gesellschaftlich. Aus den Bünden Bund Christlicher Pfadfinderinnen (BCP), Evangelischer Mädchen-Pfadfinderbund (EMP) und Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands (CPD) entstand 1972 der heutige VCP Bayern.
Schon damals gingen typische Pfadi-Themen und gesellschaftskritische Hand in Hand. Sechsmal war das Landeslager das Titelthema und etliche Mal die Landesversammlung. Kritisch stellte die KIM-redaktion schon mal die Fragen: „Ausländer: Fremde oder Nächste?“ (Ausgabe 3/1982), „Hunger – Schicksal ohne Hoffnung 4/1982) oder „freundlich und hilfsbereit – ist das alles? Pfadfinder und Politik“ (1/1991).
Andere Themen dagegen wiederholen sich immer wieder. Auch das ist typisch VCP. Wer schon lange Mitglied ist und in diversen Gremien sitzt weiß, jede Generation diskutiert viele Themen für sich wieder neu. Das muss nicht zwingend schlecht sein. Spannend ist es allemal. So lautete der Titel der Ausgabe 3/1988 „Bayern auf dem Bundeslager – das war´s. Oftmals beschäftigten sich die Redaktionen auch mit den Ranger/Rovern: „Ranger/Rover… sie machen uns(re) Arbeit“ (1/1990), „Ranger Rover“ (1/2001) oder gleich mit einer „Stufenrevolution“ (1/2010). Die erste Ausgabe 2021 war also so etwas wie eine wiederkehrende Alkohol-Diskussion im VCP Bayern, denn sie trug den Titel „Ranger*Rover: Spaßvögel oder Arbeitsviecher.“
Auch Ökologie und Umweltschutz sind keine neuen Themen. In den 1980er-Jahren widmeten sich gar fünf Ausgaben in Folge dem Thema „Wasser zum Leben“, 1982 setzte die Landesversammlung den Schwerpunkt Ökologie, 1983 wurde das Waldsterben zu einem KIM-Thema. 2019 belebte die KIM-Redaktion das Thema wieder und veröffentliche die Ausgaben mit den Titelthemen: „Um-Welt, Un-Welt, Unsere Welt“, „Voll für die Tonne“ und „Gute Kiste, Böse Kiste.“
Geändert hat sich auch immer wieder die Arbeitsform der Redaktion. Mal waren die Redaktionskreise größer, mal kleiner. Von regelmäßigen Präsenztreffen hat sich die Arbeitsweise Richtung Telefonate und ein Jahrestreffen verändert. Veränderung ist ein steter Begleiter.
Und darum wird sich die KIM nun auch verändern. Was sich aber nicht verändern wird, ist das für was die KIM steht und stehen möchte. Die KIM wird nun als reines Online-Format weiterhin den Stämmen und Sippen die Plattform für ihre Aktionen und Maßnahmen bieten. Die Online-KIM wird auch weiterhin Themen, die Gesellschaft, Jugend und den Verband bewegen, hintergründig betrachten, kritisch hinterfragen und spannend aufbereiten. Denn die KIM wird unser Mitgliedermagazin bleiben, nur eben woanders.
Natürlich ist es für mich besonders traurig die KIM, als Redaktionsleiter, in gedruckter Form in den Ruhestand zu schicken. Es war für seit Januar 2014 eine große Freude an der KIM zu arbeiten, seit einigen Jahren als ehrenamtlicher Redaktionsleiter.
Aber umso mehr freut es mich die KIM jetzt in eine neue digitale Zeit begleiten zu dürfen. Zusammen mit euch, die die KIM in den letzten Jahrzehnten zu dem gemacht haben, was sie heute ist: ein interessantes Mitgliedermagazin, das die Kontroverse auch mal nicht scheut.
An dieser Stelle bedanke ich mich bei allen Personen, die an der KIM die letzten 52 Jahre gearbeitet haben, sei es als Redaktionsmitglieder, Layouter*innen, Schlussredakteur*innen, Crazy-Page-Redakteur*innen oder Impulsgeber*innen. Ohne euch hätte es keine gedruckte KIM gegeben.
Und ganz besonders bedanke ich mich bei Daniela Polzin seit 2003 mit viel Liebe und Kreativität die KIM gelayoutet hat und auch maßgeblich mitgeprägt hat.
Nun genug der Worte. Begleiten wir die KIM gemeinsam in neue Zeit. Auf die nächsten 50+ Jahre.
